|
|
|
|
 |
Der
Freundeskreis der polnischen Literatur im Krakauer Turm trifft sich
regelmäßig zu einem Diskussionsabend.
Eingeladen sind alle Liebhaber des polnischen Buches und solche, die
es noch werden wollen. Wir sprechen Deutsch, Polnisch und Tschechisch
und treffen uns im Krakauer Haus.
>> Siehe unser Veranstaltungskalender
Przyjaciele
polskiej literatury przy Stowarzyszeniu Wieża Krakowska w Norymberdze
spotykają się regularnie na dyskusyjnych wieczorach literackich.
Zapraszamy miłośników polskiej książki. Mówimy po niemiecku, polsku i
czesku, a spotykamy się w Domu Krakowskim.
|
>>Berichte 2004
>>Berichte 2005 / 2006
>>Polonica
im Turm am 23.07.08
>>Andrzej
Stasiuk im Turm am 24.10.08
Bericht vom 17.03.2010
Polnische Literatur im Aufbaukalender.
Der Aufbaukalender ist
inzwischen eine Institution geworden.
Der dienstälteste Literaturkalender Deutschlands bietet seit über 40
Jahren Woche für Woche Texte, Bilder und Notizen zur Literatur.
Selbstverständlich fehlt in diesem „Lexikon“ auch die polnische Literatur
nicht.
Im Programm: Ausstellung von Archivexemplaren aus einer privaten Sammlung
und Lesung mit Annette Körner und Horst Kollan.
Es ist eine Veranstaltung des Freundeskreises der polnischen Literatur
beim Förderverein Krakauer Turm e.V.
zum Fotobericht>>
http://krakauer-turm.de/PL_Literatur_im_Aufbaukalender_17.03.10.htm
zum Inhalt>>
http://krakauer-turm.de/40 J PL Lit im AufbauLitKalender.htm
Bericht vom 9.06.2008
Verborgene Würde
25. Todestag von Anna Seghers
Kennen Sie Norwid? Aber Joseph Conrad kennen Sie doch?
Eingangs wurde an Anna
Seghers mit zwei Handkuss-Passagen von A. Szczypiorski und M.
Reich-Ranicki gedacht. Beide Polen waren vom ihrem „Siebten Kreuz”
(1942) mehr als begeistert. Zur Einstimmung wurde die Textstelle „im
Dom - Alle tausend Jahre“ gewählt.
„Polnische Verbindungen hatte Anna Seghers genug. (...) Ist es zufällig,
dass Kazimierz Brandys 1957 (!) den Roman „Die Mutter des Königs” mit
einem ähnlichen Sujet (wie im „Gerechten Richter” - 1990)
veröffentlichte?”, fragte sich Frank Wagner.
Auch in der „Überfahrt” (1971) fehlt es nicht an polnischen
Protagonisten und Assoziationen. Sadowski stellte sich vor und flüsterte:
„Kennen Sie Norwid? Aber Joseph Conrad, den kennen Sie doch?” Dann waren
noch der Woytek und seine Wisniowka da und der kleine runde Pole, ein
berühmte Sänger: ”Er hätte ein Gastspiel in Brasilien gegeben. (...) Die
ganze polnische Kolonie hätte geweint. Er hätte nichts vom heutigen Tag
gesungen, keine Lieder, welche die Herzen spalten, sondern alte Gesänge,
die die Herzen zusammen-schmelzen,” darunter war auch sein
Lieblingsgedicht von:
Cyprian Kamil Norwid MOJA PIOSNKA (II):
Do
kraju tego, gdzie kruszyne chleba
Podnosza z ziemi przez uszanowanie
Dla darow Nieba. Teskno mi, Panie.
Do kraju tego, gdzie wina jest duza
Popsowac gniazdo na gruszy bocianie,
Bo wszystkim sluza. Teskno mi, Panie... |
Nach
diesem Land, in dem man jeden Brotkrumen,
der zu Boden fiel, ehrfürchtig aufhebt,
sehne ich mich, o Herr!
Nach dem Land, in dem es als Sünde gilt,
ein Storchennest auf dem Birnbaum zu zerstören,
weil es allen gehört, nach diesem Land sehne ich mich… |
Nach diesem Vortrag bemerkt der deutsche Gast (im Buch): „Nun verstand
ich, obwohl mir sonst nichts besonders viel an so was liegt, warum seine
Landsleute in dem Saal in Rio beim Zuhörern geweint hatten.”
Ebenso fanden sich in der „Post ins Gelobte Land” (1943/44) mehrere
Bezüge zu Polen.
Das polnische Städtchen L., in dem im letzten Jahrzehnt des vorvorigen
Jahrhunderts „fast die ganze jüdische Einwohnerschaft bei einem Pogrom von
den Kosaken erschlagen worden war.”
Aus dem ewig-aktuellen „Transit” (1944) wurden zwei Text-Stellen
ausgewählt.
Die Kirche Saint-Victor und der Priester mit einen weißen Bart: „Er glich
einem jener ewig uralten Priester, die in der heiligen Handlung betroffen
werden, wenn ihre unheilige Stadt auf den Meeresgrund sinken muß, weil sie
die Drohung dessen verachtet hat, der diesen Felsen gründete.”
Ein „Mittransitär”, der in Pjarnitze geboren wurde, stellte die
russisch-polnisch-litauische Problematik anschaulich dar.
Am Ende kam es im „Ausflug der toten Mädchen” (1946) zu einem
Abschied Anna Seghers` von ihrer Mutter: „Sie stand vergnügt und aufrecht
da, bestimmt zu arbeitsreichem Familienleben, mit den gewöhnlichen Freuden
und Lasten des Alltags, nicht zu einem qualvollen, grausamen Ende in einem
abgelegenen Dorf, wohin sie von H.(...) verband worden war.” - Es wurde
ein vorzeitiger Abschied für immer!
„Nicht gedacht soll ihrer werden?“ (FAZ 21.07.1990)
gez. Milan Bartl
|