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Quo vadis     polnische Literatur?

Spätestens seit der 52. Frankfurter Buchmesse im Jahre 2000 sind Bücher aus Polen in den Blickpunkt einer breiten literarischen Öffentlichkeit gerückt.
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Der Freundeskreis der polnischen Literatur im Krakauer Turm trifft sich regelmäßig zu einem Diskussionsabend.
Eingeladen sind alle Liebhaber des polnischen Buches und solche, die es noch werden wollen. Wir sprechen Deutsch, Polnisch und Tschechisch und treffen uns im Krakauer Haus.
                                                                     >> Siehe unser Veranstaltungskalender

P
rzyjaciele polskiej literatury przy Stowarzyszeniu Wieża Krakowska w Norymberdze spotykają się regularnie na dyskusyjnych wieczorach literackich.
Zapraszamy miłośników polskiej książki. Mówimy po niemiecku, polsku i czesku, a spotykamy się w Domu Krakowskim.
                                                                    


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Bericht vom 17.03.2010

Polnische Literatur im Aufbaukalender.

Der Aufbaukalender ist inzwischen eine Institution geworden.
Der dienstälteste Literaturkalender Deutschlands bietet seit über 40 Jahren Woche für Woche Texte, Bilder und Notizen zur Literatur.
Selbstverständlich fehlt in diesem „Lexikon“ auch die polnische Literatur nicht.

Im Programm: Ausstellung von Archivexemplaren aus einer privaten Sammlung und Lesung mit Annette Körner und Horst Kollan.
Es ist eine Veranstaltung des Freundeskreises der polnischen Literatur beim Förderverein Krakauer Turm e.V.

 

zum Fotobericht>> http://krakauer-turm.de/PL_Literatur_im_Aufbaukalender_17.03.10.htm

zum Inhalt>> http://krakauer-turm.de/40 J PL Lit im AufbauLitKalender.htm


Bericht vom 9.06.2008

Verborgene Würde
25. Todestag von Anna Seghers

Kennen Sie Norwid? Aber Joseph Conrad kennen Sie doch?
 

Eingangs wurde an Anna Seghers mit zwei Handkuss-Passagen von A. Szczypiorski und M. Reich-Ranicki gedacht. Beide Polen waren vom ihrem „Siebten Kreuz” (1942) mehr als begeistert. Zur Einstimmung wurde die Textstelle „im Dom - Alle tausend Jahre“ gewählt.

„Polnische Verbindungen hatte Anna Seghers genug. (...) Ist es zufällig, dass Kazimierz Brandys 1957 (!) den Roman „Die Mutter des Königs” mit einem ähnlichen Sujet (wie im „Gerechten Richter” - 1990) veröffentlichte?”, fragte sich Frank Wagner.

Auch in der „Überfahrt” (1971) fehlt es nicht an polnischen Protagonisten und Assoziationen. Sadowski stellte sich vor und flüsterte: „Kennen Sie Norwid? Aber Joseph Conrad, den kennen Sie doch?” Dann waren noch der Woytek und seine Wisniowka da und der kleine runde Pole, ein berühmte Sänger: ”Er hätte ein Gastspiel in Brasilien gegeben. (...) Die ganze polnische Kolonie hätte geweint. Er hätte nichts vom heutigen Tag gesungen, keine Lieder, welche die Herzen spalten, sondern alte Gesänge, die die Herzen zusammen-schmelzen,” darunter war auch sein Lieblingsgedicht von:

Cyprian Kamil Norwid MOJA PIOSNKA (II):
 

 Do kraju tego, gdzie kruszyne chleba
Podnosza z ziemi przez uszanowanie
Dla darow Nieba. Teskno mi, Panie.

Do kraju tego, gdzie wina jest duza
Popsowac gniazdo na gruszy bocianie,
Bo wszystkim sluza. Teskno mi, Panie...
Nach diesem Land, in dem man jeden Brotkrumen,
der zu Boden fiel, ehrfürchtig aufhebt,
sehne ich mich, o Herr!

Nach dem Land, in dem es als Sünde gilt,
ein Storchennest auf dem Birnbaum zu zerstören,
weil es allen gehört, nach diesem Land sehne ich mich…


Nach diesem Vortrag bemerkt der deutsche Gast (im Buch): „Nun verstand ich, obwohl mir sonst nichts besonders viel an so was liegt, warum seine Landsleute in dem Saal in Rio beim Zuhörern geweint hatten.”

Ebenso fanden sich in der „Post ins Gelobte Land” (1943/44) mehrere Bezüge zu Polen.
Das polnische Städtchen L., in dem im letzten Jahrzehnt des vorvorigen Jahrhunderts „fast die ganze jüdische Einwohnerschaft bei einem Pogrom von den Kosaken erschlagen worden war.”

Aus dem ewig-aktuellen „Transit” (1944) wurden zwei Text-Stellen ausgewählt.
Die Kirche Saint-Victor und der Priester mit einen weißen Bart: „Er glich einem jener ewig uralten Priester, die in der heiligen Handlung betroffen werden, wenn ihre unheilige Stadt auf den Meeresgrund sinken muß, weil sie die Drohung dessen verachtet hat, der diesen Felsen gründete.”
Ein „Mittransitär”, der in Pjarnitze geboren wurde, stellte die russisch-polnisch-litauische Problematik anschaulich dar.

Am Ende kam es im „Ausflug der toten Mädchen” (1946) zu einem Abschied Anna Seghers` von ihrer Mutter: „Sie stand vergnügt und aufrecht da, bestimmt zu arbeitsreichem Familienleben, mit den gewöhnlichen Freuden und Lasten des Alltags, nicht zu einem qualvollen, grausamen Ende in einem abgelegenen Dorf, wohin sie von H.(...) verband worden war.” - Es wurde ein vorzeitiger Abschied für immer!
„Nicht gedacht soll ihrer werden?“ (FAZ 21.07.1990)

gez. Milan Bartl

 

 

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